Glückwunsch! Ausbildung geschafft. Du bist jetzt offiziell im Berufsleben angekommen – mit festem Gehalt, eigenem Geld, vielleicht sogar einer eigenen Wohnung.
Aber jetzt taucht plötzlich die Frage auf: Was ist mit Versicherungen? Bist du noch bei den Eltern mitversichert? Brauchst du jetzt eigene Versicherungen? Und wenn ja, welche?
Die Wahrheit: Nach der Ausbildung ändert sich einiges. Manche Versicherungen laufen automatisch weiter (Krankenversicherung als Angestellter), bei anderen fällst du aus der Familienversicherung raus (Haftpflicht), und manche brauchst du jetzt dringend (Berufsunfähigkeitsversicherung).
Dieser Guide zeigt dir genau, welche Versicherungen du nach der Ausbildung wirklich brauchst – ehrlich, direkt, ohne Verkaufs-Gequatsche.
Inhaltsverzeichnis
- Was ändert sich nach der Ausbildung?
- Wann fällst du aus der Eltern-Versicherung raus?
- Die 3 wichtigen Versicherungen nach der Ausbildung
- Optional: Diese Versicherungen können sinnvoll sein
- Was du dir sparen kannst
- Kosten-Übersicht: Was zahlt ein Berufseinsteiger wirklich?
- Häufige Fragen (FAQ)
Was ändert sich nach der Ausbildung?
Mit Ende der Ausbildung (und Beginn deiner Festanstellung) ändert sich versicherungstechnisch einiges:
✅ Läuft automatisch weiter:
Krankenversicherung: Du wirst automatisch als Angestellter in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert. Dein Arbeitgeber meldet dich an, der Beitrag wird vom Gehalt abgezogen.
⚠️ Musst du selbst checken:
Haftpflichtversicherung: Oft bist du während der Ausbildung noch bei den Eltern mitversichert. Mit Ende der Ausbildung (= Ende der Erstausbildung) fällst du raus – außer du machst direkt weiter (z.B. Studium nach Ausbildung).
Hausratversicherung: Wenn du jetzt in eine eigene Wohnung ziehst, brauchst du (optional) eine eigene Hausratversicherung.
🆕 Neu und wichtig:
Berufsunfähigkeitsversicherung: Jetzt ist der beste Zeitpunkt! Du bist jung, gesund, die BU ist günstig. Je älter du wirst, desto teurer wird sie (oder du bekommst sie gar nicht mehr, wenn du Vorerkrankungen hast).
Wann fällst du aus der Eltern-Versicherung raus?
Krankenversicherung
Während der Ausbildung: Du bist als Azubi in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert (Beitrag wird vom Azubi-Gehalt abgezogen, Arbeitgeber zahlt die Hälfte).
Nach der Ausbildung: Du bleibst in der GKV versichert (als Angestellter). Der Arbeitgeber meldet dich automatisch an. Du musst dich um nichts kümmern.
Achtung: Wenn du nach der Ausbildung NICHT übernommen wirst (z.B. erstmal arbeitslos), musst du dich selbst bei der Krankenkasse melden. Die Agentur für Arbeit zahlt dann die Beiträge.
Privathaftpflichtversicherung
Während der Ausbildung: Du bist meist noch bei den Eltern mitversichert (bis zum Ende der Erstausbildung).
Nach der Ausbildung: Mit Ende der Ausbildung und Beginn der Festanstellung fällst du aus der Eltern-Haftpflicht raus. Du brauchst jetzt eine eigene Haftpflichtversicherung!
Übergangsfrist: Viele Versicherungen haben eine Kulanzfrist von 3-6 Monaten nach Ende der Ausbildung. Check das bei den Eltern-Versicherungen!
Tipp: Kümmere dich SOFORT um eine eigene Haftpflicht (kostet nur 50-80 €/Jahr). Ohne Haftpflicht haftest du mit deinem gesamten Vermögen (und zukünftigem Einkommen)!
Hausratversicherung
Während der Ausbildung: Wenn du noch bei den Eltern wohnst, bist du über deren Hausratversicherung mitversichert. Wenn du ausgezogen bist (z.B. Azubi-Wohnung), gibt's manchmal eine "Außenversicherung" (bis zu 10% der Versicherungssumme).
Nach der Ausbildung: Wenn du jetzt in eine eigene Wohnung ziehst, brauchst du (optional) eine eigene Hausratversicherung. Die Eltern-Versicherung deckt deine Wohnung nicht ab.
Die 3 wichtigen Versicherungen nach der Ausbildung
1. Krankenversicherung (läuft automatisch)
Was passiert: Dein Arbeitgeber meldet dich bei der Krankenkasse an. Du musst nur deine Krankenkasse wählen (falls du noch keine hast) und die Unterlagen unterschreiben.
Kosten: Ca. 14,6% deines Bruttogehalts (Arbeitgeber zahlt die Hälfte).
Beispiel:
- Bruttogehalt: 2.500 €/Monat
- Krankenversicherung: ca. 365 €/Monat (14,6%)
- Du zahlst: 182,50 €/Monat (Arbeitgeber zahlt auch 182,50 €)
Der Beitrag wird automatisch vom Gehalt abgezogen – du musst nichts überweisen.
Tipp: Du kannst deine Krankenkasse frei wählen. Vergleiche die Zusatzbeiträge (0,5-2,5%) und Leistungen (Bonusprogramme, Zahnreinigung, Osteopathie etc.).
2. Privathaftpflichtversicherung (SOFORT abschließen!)
Warum unverzichtbar: Ohne Haftpflicht haftest du bei Schäden mit deinem gesamten Vermögen (und zukünftigem Einkommen).
Reales Beispiel:
- Du verschüttest Kaffee über den Laptop eines Kollegen → 1.500 € Schaden
- Du vergisst, die Waschmaschine abzudrehen → Wasserschaden 20.000 €
- Du fährst mit dem Fahrrad einen Fußgänger um → Verletzung, Krankenhausaufenthalt, Schadenersatz 50.000 €
Ohne Haftpflicht: Du zahlst das alles selbst (oder dein Gehalt wird jahrelang gepfändet).
Mit Haftpflicht: Die Versicherung zahlt (bis zur Deckungssumme).
Kosten: 50-80 €/Jahr (ca. 5-7 €/Monat) – weniger als ein Netflix-Abo!
Was du brauchst:
- Deckungssumme: mindestens 10 Millionen € (besser 15-50 Millionen €)
- Schlüsselverlust abgedeckt (wichtig für Mieter + Arbeitnehmer!)
- Mietsachschäden abgedeckt
- Forderungsausfalldeckung
Tipp: Vergleiche Angebote online (z.B. Check24, Verivox). Eine gute Haftpflicht gibt's ab 50 €/Jahr.
3. Berufsunfähigkeitsversicherung (jetzt oder nie!)
Warum jetzt der beste Zeitpunkt ist:
- Du bist jung und gesund → BU ist günstig (50-80 €/Monat)
- Mit 30+ wird sie deutlich teurer (100-150 €/Monat)
- Wenn du mal eine Diagnose hast (Rücken, Psyche, Diabetes), bekommst du sie vielleicht gar nicht mehr oder nur mit teuren Risikozuschlägen
Statistik: Jeder 4. Deutsche wird im Laufe seines Lebens berufsunfähig. Hauptursachen: Psyche (33%), Rücken (21%), Krebs (15%).
Was passiert ohne BU:
- Du kannst nicht mehr arbeiten (z.B. Burn-out, Bandscheibenvorfall)
- Kein Gehalt mehr
- Gesetzliche Erwerbsminderungsrente: nur ca. 900 €/Monat (reicht hinten und vorne nicht)
- Du musst Hartz IV beantragen, Rücklagen aufbrauchen, vielleicht Wohnung aufgeben
Was passiert mit BU:
- Du bekommst eine monatliche Rente (z.B. 1.500 €/Monat)
- Du kannst deine Wohnung behalten, Lebensstandard sinkt, aber Existenz ist gesichert
Kosten:
- 22 Jahre, Büroangestellte, 1.500 € BU-Rente: ca. 50-70 €/Monat
- 25 Jahre, Handwerker, 1.500 € BU-Rente: ca. 80-120 €/Monat
Tipp: Wenn du gerade knapp bei Kasse bist, fang mit einer kleineren Rente an (z.B. 1.000 €/Monat) und stocke später auf. Wichtig ist, dass du JETZT einsteigst (solange du gesund bist).
Wie viel BU-Rente brauchst du?
Faustregel: 70-80% deines Nettogehalts.
Beispiel:
- Nettoeinkommen: 1.900 €/Monat
- Empfohlene BU-Rente: 1.500 €/Monat
- Kosten: ca. 60-90 €/Monat
Optional: Diese Versicherungen können sinnvoll sein
Hausratversicherung (ab eigenem Haushalt)
Wann sinnvoll: Wenn du in eine eigene Wohnung ziehst und Eigentum hast, das du nicht aus eigener Tasche ersetzen kannst (Möbel, Elektronik, Kleidung über 5.000 € Wiederbeschaffungswert).
Kosten: 50-120 €/Jahr (abhängig von Wohnort, Wohnfläche)
Was ist versichert: Einbruch, Feuer, Wasserschaden, Sturm/Hagel
Tipp: Wenn du nur Ikea-Basics und gebrauchte Möbel hast, spar dir die Hausratversicherung. Wenn du teures Equipment hast (Gaming-PC, Kamera), lohnt sie sich.
Kfz-Haftpflichtversicherung (wenn du ein Auto hast)
Pflicht: Wenn du ein Auto besitzt, brauchst du eine Kfz-Haftpflichtversicherung (ohne darfst du das Auto nicht anmelden).
Kosten: Sehr unterschiedlich (200-1.200 €/Jahr, abhängig von Alter, Schadenfreiheitsklasse, Region, Fahrzeugtyp)
Tipp: Vergleiche Angebote online (Check24, Verivox). Als Fahranfänger (SF-Klasse 0) zahlst du mehr – wird aber jedes Jahr günstiger (wenn du unfallfrei fährst).
Rechtsschutzversicherung (optional)
Wann sinnvoll: Wenn du häufiger rechtliche Probleme hast (z.B. Vermieter-Streit, Arbeitsrechtsstreit).
Kosten: 200-400 €/Jahr
Was ist versichert: Verkehrsrechtsschutz, Arbeitsrechtsschutz, Mietrechtsschutz (je nach Tarif)
Tipp: Für Berufseinsteiger meist nicht nötig. Spar dir das Geld am Anfang.
Was du dir als Berufseinsteiger sparen kannst
❌ Unfallversicherung
Warum überflüssig:
- Unfälle sind selten und meist nicht existenzbedrohend
- Wenn du eine BU hast, deckt die auch Unfälle ab
- Kostet 100-200 €/Jahr – spar dir das Geld
Ausnahme: Gefährlicher Beruf (z.B. Dachdecker, Gerüstbauer) oder gefährliches Hobby (Motorrad, Klettern). Dann kann eine Unfallversicherung sinnvoll sein.
❌ Zahnzusatzversicherung (am Anfang nicht nötig)
Warum überflüssig:
- Kostet 10-30 €/Monat (120-360 €/Jahr)
- Zahnersatz brauchst du erst mit 40-50+
- Wartezeiten (oft 8 Monate bis 2 Jahre)
Tipp: Warte, bis du einen Zahnarzt-Check hast und weißt, ob du teure Behandlungen brauchst. Dann kannst du immer noch abschließen.
❌ Rentenversicherung / Riester-Rente (noch nicht)
Warum nicht dringend:
- Mit Anfang 20 ist Altersvorsorge wichtig – ABER: Erst mal Notfallpuffer aufbauen (3-6 Monatsgehälter) und BU abschließen
- Rentenversicherungen sind oft unflexibel und teuer
- Bessere Alternative (später): ETF-Sparplan (flexibler, höhere Rendite)
Tipp: Kümmere dich in 2-3 Jahren um Altersvorsorge, wenn dein Gehalt gestiegen ist und du finanziell stabiler bist.
Kosten-Übersicht: Was zahlt ein Berufseinsteiger wirklich?
Beispiel: 22 Jahre, Ausbildung fertig, Festanstellung, eigene 1-Zimmer-Wohnung
| Versicherung | Kosten/Jahr | Notwendigkeit | |--------------|-------------|---------------| | Krankenversicherung | ~2.200 € (Arbeitgeber zahlt Hälfte) | Pflicht | | Privathaftpflicht | 70 € | Pflicht | | Berufsunfähigkeitsversicherung | 720 € (60 €/Monat) | Dringend empfohlen | | Hausratversicherung | 80 € | Optional | | Gesamt | 3.070 €/Jahr (256 €/Monat) | |
Aber: Krankenversicherung wird automatisch vom Gehalt abgezogen (du zahlst nur die Hälfte, Arbeitgeber zahlt die andere Hälfte). Reale Kosten für dich: ca. 150 €/Monat (Krankenversicherung-Anteil + Haftpflicht + BU + Hausrat).
Ohne Hausrat: ca. 143 €/Monat.
Checkliste: Was musst du nach der Ausbildung checken?
✅ Sofort nach Ende der Ausbildung
- [ ] Krankenversicherung: Wird vom Arbeitgeber angemeldet (check, ob das geklärt ist)
- [ ] Haftpflicht: Bist du noch bei den Eltern mitversichert? Wenn nein → SOFORT eigene abschließen!
- [ ] Berufsunfähigkeitsversicherung: Jetzt ist der beste Zeitpunkt! Angebote vergleichen, abschließen.
✅ Innerhalb der ersten 3 Monate
- [ ] Hausratversicherung: Brauchst du eine? (Nur wenn Hausrat über 5.000 €)
- [ ] Kfz-Haftpflicht: Wenn du ein Auto hast/kaufst
✅ Optional (in 1-2 Jahren)
- [ ] Rechtsschutzversicherung (wenn nötig)
- [ ] Altersvorsorge (ETF-Sparplan, Riester, Rürup)
Häufige Fragen (FAQ)
Muss ich mich selbst um die Krankenversicherung kümmern?
Nein, wenn du als Angestellter übernommen wirst, kümmert sich dein Arbeitgeber um die Anmeldung. Du musst nur deine Krankenkasse wählen (falls du noch keine hast).
Aber: Wenn du nach der Ausbildung NICHT übernommen wirst (erstmal arbeitslos), musst du dich selbst bei der Krankenkasse melden. Die Agentur für Arbeit zahlt dann die Beiträge.
Kann ich nach der Ausbildung in die private Krankenversicherung wechseln?
Theoretisch ja, ABER: Das lohnt sich fast nie. Als Angestellter bleibst du normalerweise in der gesetzlichen Krankenversicherung. In die private Krankenversicherung (PKV) kannst du nur, wenn du mehr als 69.300 € brutto/Jahr verdienst (unwahrscheinlich nach der Ausbildung).
Was passiert, wenn ich nach der Ausbildung erstmal nicht übernommen werde?
Krankenversicherung: Du musst dich selbst bei der Krankenkasse melden. Die Agentur für Arbeit zahlt die Beiträge (du zahlst nichts).
Haftpflicht: Bleibt bei den Eltern mitversichert (solange du in Erstausbildung bist oder arbeitslos meldest). Check das aber bei der Versicherung!
BU: Jetzt erst recht wichtig! Auch wenn du arbeitslos bist, solltest du eine BU abschließen (solange du gesund bist). Später wird sie teurer.
Wie lange bin ich bei den Eltern mitversichert?
Haftpflicht: Bis zum Ende der Erstausbildung (z.B. Ausbildung fertig + Festanstellung). Oft gibt's eine Übergangsfrist von 3-6 Monaten.
Krankenversicherung: Bis 25 Jahre (Familienversicherung), danach eigene Versicherung. Als Azubi bist du sowieso in der eigenen Krankenversicherung (Beitrag wird vom Gehalt abgezogen).
Kann ich die BU später aufstocken?
Ja, viele BU-Verträge haben eine "Nachversicherungsgarantie". Das heißt: Du kannst die Rente später erhöhen (z.B. bei Gehaltserhöhung, Hochzeit, Hauskauf) – ohne erneute Gesundheitsprüfung. Check das beim Abschluss!
Kann ich Versicherungen von der Steuer absetzen?
Ja! Absetzbar sind (als Sonderausgaben/Vorsorgeaufwendungen):
- Krankenversicherung (unbegrenzt)
- Haftpflichtversicherung
- Berufsunfähigkeitsversicherung
Maximal absetzbar: 1.900 € (Angestellte) bzw. 2.800 € (Selbstständige)
Nicht absetzbar:
- Hausratversicherung
- Kfz-Kaskoversicherung
Fazit: Nach der Ausbildung brauchst du nicht viel – aber das Richtige
Die 3 wichtigen Versicherungen:
- Krankenversicherung (läuft automatisch als Angestellter)
- Privathaftpflichtversicherung (50-80 €/Jahr) – SOFORT abschließen!
- Berufsunfähigkeitsversicherung (60-90 €/Monat) – jetzt ist der beste Zeitpunkt!
Optional:
- Hausratversicherung (50-120 €/Jahr, ab eigenem Haushalt mit Eigentum über 5.000 €)
Spar dir:
- Unfallversicherung
- Zahnzusatzversicherung (am Anfang nicht nötig)
- Rentenversicherung (noch nicht, erst mal Notfallpuffer aufbauen)
Kosten realistisch: 140-200 €/Monat (inkl. Krankenversicherungs-Anteil, Haftpflicht, BU, optional Hausrat).
Wichtigster Tipp: Kümmere dich SOFORT um die Haftpflicht und plane die BU ein (jetzt ist sie günstig, später wird sie teuer oder unmöglich).
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