Du hast eine Familie? Glückwunsch! Aber jetzt kommt auch Verantwortung. Die wichtigste Frage: Was passiert, wenn dir (oder deinem Partner) etwas zustößt?
Die unbequeme Wahrheit: Wenn der Hauptverdiener stirbt, verliert die Familie nicht nur einen geliebten Menschen – sondern auch das Einkommen. Wie soll der hinterbliebene Partner das schaffen? Arbeiten, Kinder versorgen, Miete zahlen, Lebenshaltungskosten?
Genau dafür gibt es die Risikolebensversicherung.
Sie zahlt im Todesfall eine vereinbarte Summe (z.B. 150.000 €). Damit kann die Familie 3-5 Jahre überbrücken, bis sich eine neue Struktur gefunden hat (z.B. der hinterbliebene Partner wieder Vollzeit arbeitet oder die Kinder größer sind).
Dieser Guide zeigt dir:
- Wie viel Absicherung brauchst du?
- Was kostet eine Risikolebensversicherung?
- Brauchen beide Elternteile eine?
- Wann kannst du sie kündigen?
- Worauf musst du beim Abschluss achten?
Ehrlich, direkt, ohne Verkaufs-Gequatsche.
Inhaltsverzeichnis
- Wie viel Risikolebensversicherung braucht eine Familie?
- Was kostet eine Risikolebensversicherung?
- Brauchen beide Elternteile eine?
- Wann kannst du die Risikolebensversicherung kündigen?
- Worauf du beim Abschluss achten musst
- Risikolebensversicherung vs. Lebensversicherung
- Häufige Fragen (FAQ)
Wie viel Risikolebensversicherung braucht eine Familie?
Faustregel: 3-5 Jahresgehälter des Hauptverdieners.
Warum? Die Familie soll 3-5 Jahre überbrücken können, bis der hinterbliebene Partner wieder voll arbeitet (oder die Kinder größer sind und der Partner wieder Vollzeit arbeiten kann).
Beispiel-Rechnung:
| Nettoeinkommen/Monat | Jahreseinkommen | Empfohlene Versicherungssumme | Kosten (30 Jahre, Nichtraucher, 20 Jahre Laufzeit) | |----------------------|-----------------|-------------------------------|------------------------------------------------------| | 2.500 €/Monat | 30.000 €/Jahr | 90.000-150.000 € | 12-20 €/Monat | | 3.000 €/Monat | 36.000 €/Jahr | 100.000-180.000 € | 15-25 €/Monat | | 4.000 €/Monat | 48.000 €/Jahr | 150.000-240.000 € | 20-35 €/Monat |
Beispiel:
- Familie: Vater (Vollzeit, 3.000 € netto), Mutter (Teilzeit, 1.200 € netto), 2 Kinder
- Vater stirbt → Einkommen fällt weg (3.000 €/Monat)
- Mutter kann nicht sofort Vollzeit arbeiten (Kinder sind klein, brauchen Betreuung)
- Risikolebensversicherung: 150.000 € → Familie kann 3-4 Jahre überbrücken (bis Kinder älter sind, Mutter wieder Vollzeit arbeitet)
Weitere Faktoren bei der Berechnung
1. Immobilienkredit
Wenn ihr noch Immobilienkredit abbezahlt (z.B. 200.000 € offen), sollte die Versicherungssumme mindestens den Kreditbetrag decken.
Beispiel:
- Immobilienkredit: 200.000 € offen
- Versicherungssumme: mindestens 200.000 € (besser 250.000 €, um auch Lebenshaltungskosten zu decken)
Warum? Wenn der Hauptverdiener stirbt, kann die Familie den Kredit oft nicht mehr abbezahlen → Haus muss verkauft werden. Mit Risikolebensversicherung kann die Familie den Kredit ablösen und im Haus bleiben.
2. Alter der Kinder
Je jünger die Kinder, desto länger braucht die Familie Absicherung.
Beispiel:
- Kinder 3 und 1 Jahre alt → Versicherung bis jüngstes Kind 18 ist (= 17 Jahre Laufzeit)
- Kinder 15 und 13 Jahre alt → Versicherung bis jüngstes Kind 18 ist (= 5 Jahre Laufzeit)
Tipp: Laufzeit = Alter des jüngsten Kindes + 18 Jahre (bis zur Volljährigkeit).
3. Rücklagen
Wenn ihr schon Rücklagen habt (z.B. 50.000 € Erspartes), könnt ihr die Versicherungssumme reduzieren.
Beispiel:
- Ohne Rücklagen: 150.000 € Versicherungssumme
- Mit 50.000 € Rücklagen: 100.000 € Versicherungssumme reichen
Was kostet eine Risikolebensversicherung?
Kosten: 10-50 €/Monat (abhängig von Alter, Gesundheit, Versicherungssumme, Raucher/Nichtraucher)
Faktoren:
1. Alter
Je jünger du bist, desto günstiger die Versicherung.
Beispiel (Nichtraucher, 150.000 €, 20 Jahre Laufzeit):
- 25 Jahre: 10-15 €/Monat
- 30 Jahre: 15-25 €/Monat
- 40 Jahre: 30-45 €/Monat
- 50 Jahre: 60-100 €/Monat
Fazit: Je früher du abschließt, desto günstiger.
2. Raucher/Nichtraucher
Raucher zahlen 50-100% mehr als Nichtraucher.
Beispiel (30 Jahre, 150.000 €, 20 Jahre Laufzeit):
- Nichtraucher: 15-25 €/Monat
- Raucher: 30-50 €/Monat
Tipp: Wenn du mit dem Rauchen aufhörst (mindestens 12 Monate rauchfrei), kannst du den Tarif anpassen und Nichtraucher-Konditionen bekommen.
3. Gesundheitszustand
Vorerkrankungen (Herz-Kreislauf, Krebs, Diabetes, psychische Erkrankungen) führen zu Risikozuschlägen oder Ablehnung.
Beispiel:
- Gesund: 20 €/Monat
- Bluthochdruck: +20-30% = 24-26 €/Monat
- Diabetes: +50-100% = 30-40 €/Monat oder Ablehnung
Fazit: Je gesünder du bist, desto günstiger. Noch ein Grund, JETZT einzusteigen (solange du gesund bist).
4. Versicherungssumme
Je höher die Versicherungssumme, desto höher der Beitrag.
Beispiel (30 Jahre, Nichtraucher, 20 Jahre Laufzeit):
- 100.000 €: 12-18 €/Monat
- 150.000 €: 18-27 €/Monat
- 200.000 €: 24-36 €/Monat
Faustregel: Für jeden 50.000 € mehr Versicherungssumme zahlst du ca. 5-10 €/Monat mehr.
5. Laufzeit
Je länger die Laufzeit, desto höher der Beitrag (weil das Todesrisiko mit dem Alter steigt).
Beispiel (30 Jahre, Nichtraucher, 150.000 €):
- 10 Jahre Laufzeit: 12-18 €/Monat
- 20 Jahre Laufzeit: 18-27 €/Monat
- 30 Jahre Laufzeit: 30-45 €/Monat
Tipp: Laufzeit = bis das jüngste Kind volljährig ist (meist 15-20 Jahre).
Brauchen beide Elternteile eine Risikolebensversicherung?
Ja! Auch der Partner, der zu Hause bleibt oder Teilzeit arbeitet, sollte versichert sein.
Warum? Wenn die Mutter/der Vater stirbt, die/der sich um die Kinder kümmert, muss der andere Elternteil Kinderbetreuung bezahlen (Tagesmutter, Kita, Au-pair).
Kosten-Beispiel:
- Tagesmutter: 500-1.000 €/Monat
- Au-pair: 800-1.200 €/Monat
- Kita (Vollzeit): 400-800 €/Monat
Über 5 Jahre: 24.000-60.000 €
Risikolebensversicherung für Partner: 10-20 €/Monat (für 50.000-100.000 € Absicherung)
Fazit: Auch der Partner, der zu Hause bleibt, sollte versichert sein (oft reicht eine kleinere Summe, z.B. 50.000-100.000 €).
Wann kannst du die Risikolebensversicherung kündigen?
Wann kannst du sie kündigen:
✅ Kinder sind erwachsen und finanziell unabhängig (eigenes Einkommen, aus dem Haus) ✅ Immobilienkredit ist abbezahlt (oder nur noch kleiner Restbetrag) ✅ Genug Rücklagen vorhanden (z.B. 100.000 € Erspartes, abbezahlte Immobilie) ✅ Partner ist abgesichert (eigene Rente, eigenes Einkommen, Witwen-/Witwerrente)
Meist: Mit Ende 50 / Anfang 60 (wenn Kinder aus dem Haus sind).
Beispiel:
- Kinder sind 25 und 27 Jahre alt (aus dem Haus, eigenes Einkommen)
- Immobilie ist abbezahlt
- Rücklagen: 150.000 € Erspartes
- Partner hat eigene Rente (1.200 €/Monat)
- Ergebnis: Risikolebensversicherung kannst du kündigen (spart 200-500 €/Jahr)
Option: Versicherungssumme reduzieren
Wenn du die Risikolebensversicherung nicht ganz kündigen willst, kannst du die Versicherungssumme reduzieren.
Beispiel:
- Ursprünglich: 200.000 € Absicherung, Beitrag 30 €/Monat
- Jetzt: 100.000 € Absicherung, Beitrag 15 €/Monat
- Spart: 180 €/Jahr
Worauf du beim Abschluss achten musst
1. Bezugsberechtigter: Partner UND Kinder
Wichtig: Als Bezugsberechtigten solltest du deinen Partner UND deine Kinder eintragen (für den Fall, dass Partner + du gleichzeitig sterben, z.B. Autounfall).
Beispiel:
- Bezugsberechtigter 1: Ehepartner (100%)
- Bezugsberechtigter 2 (falls Ehepartner vorverstirbt): Kinder (zu gleichen Teilen)
Tipp: Du kannst den Bezugsberechtigten jederzeit ändern (z.B. bei Scheidung).
2. Nachversicherungsgarantie
Was ist das? Du kannst die Versicherungssumme später erhöhen (z.B. bei Geburt weiterer Kinder, Immobilienkauf) – ohne neue Gesundheitsprüfung.
Warum wichtig? Wenn du mit 30 Jahren eine Risikolebensversicherung für 100.000 € abschließt und mit 35 Jahren ein weiteres Kind bekommst (und mehr Absicherung brauchst), kannst du aufstocken – ohne dass der Versicherer deine Gesundheit neu prüft.
Achte darauf: "Nachversicherungsgarantie" ist enthalten (meist bei Ereignissen wie Hochzeit, Geburt, Immobilienkauf).
3. Fallende vs. konstante Versicherungssumme
Konstante Versicherungssumme: Die Versicherungssumme bleibt über die gesamte Laufzeit gleich (z.B. 150.000 €).
Fallende Versicherungssumme: Die Versicherungssumme sinkt jährlich (z.B. parallel zum Immobilienkredit).
Wann sinnvoll:
- Fallende Versicherungssumme: Wenn du einen Immobilienkredit abbezahlst (parallel zur Restschuld). Günstiger als konstante Summe.
- Konstante Versicherungssumme: Wenn du allgemeine Absicherung willst (Lebenshaltungskosten, Kinder).
Tipp: Für Familien ist konstante Versicherungssumme meist besser (allgemeine Absicherung). Fallende Summe nur, wenn du speziell einen Kredit absichern willst.
4. Gesundheitsfragen ehrlich beantworten!
Wichtigste Regel: Beantworte die Gesundheitsfragen ehrlich und vollständig.
Warum? Wenn du etwas verschweigst (z.B. Vorerkrankungen) und später stirbst, kann der Versicherer die Zahlung verweigern (wegen "Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht"). Deine Familie bekommt nichts.
Tipp: Hol dir deine Patientenakte beim Arzt (um nichts zu vergessen). Lieber zu viel angeben als zu wenig.
Risikolebensversicherung vs. Lebensversicherung (Kapitallebensversicherung)
Viele verwechseln das. Hier der Unterschied:
Risikolebensversicherung
Was ist das? Zahlt nur im Todesfall. Keine Auszahlung am Ende der Laufzeit.
Vorteile: ✅ Sehr günstig (10-30 €/Monat für 150.000 € Absicherung) ✅ Fokus auf Absicherung (genau das, was Familien brauchen)
Nachteile: ❌ Keine Auszahlung am Ende (wenn du nicht stirbst, war's "umsonst")
Für wen: Familien mit Kindern, Alleinverdiener, Immobilienkredit.
Kapitallebensversicherung (Lebensversicherung)
Was ist das? Zahlt im Todesfall + Auszahlung am Ende der Laufzeit (Sparkomponente).
Vorteile: ✅ Auszahlung am Ende (auch wenn du nicht stirbst)
Nachteile: ❌ Sehr teuer (100-300 €/Monat für gleiche Absicherung) ❌ Schlechte Rendite (oft unter 2% pro Jahr – schlechter als ETF-Sparplan) ❌ Unflexibel (vorzeitige Kündigung = Verlust)
Für wen: Meist für niemanden empfehlenswert. Besser: Risikolebensversicherung + ETF-Sparplan (höhere Rendite, flexibler).
Beispiel-Rechnung:
| Versicherung | Beitrag/Monat | Absicherung | Auszahlung am Ende (nach 20 Jahren) | |--------------|---------------|-------------|-------------------------------------| | Risikolebensversicherung | 20 €/Monat | 150.000 € | 0 € (kein Sparanteil) | | Kapitallebensversicherung | 200 €/Monat | 150.000 € | 50.000 € (Sparanteil, nach 20 Jahren) | | Alternative: Risikolebensversicherung + ETF-Sparplan | 20 € + 180 € = 200 €/Monat | 150.000 € | 70.000 € (ETF-Sparplan, 6% Rendite, nach 20 Jahren) |
Fazit: Risikolebensversicherung + ETF-Sparplan ist besser (höhere Rendite, flexibler).
Häufige Fragen (FAQ)
Brauche ich eine Risikolebensversicherung, wenn ich Single bin?
Meist nein. Risikolebensversicherung ist für Familien (um Partner + Kinder abzusichern). Wenn du Single bist (keine Kinder, kein Partner, keine finanziellen Verpflichtungen), brauchst du keine Risikolebensversicherung.
Ausnahme: Wenn du Immobilienkredit abbezahlst (Bank verlangt oft Risikolebensversicherung) oder jemanden finanziell unterstützt (z.B. pflegebedürftige Eltern).
Was passiert bei Scheidung?
Du kannst den Bezugsberechtigten ändern (z.B. von Ex-Partner auf Kinder).
Tipp: Nach Scheidung sofort den Bezugsberechtigten ändern! Sonst bekommt der Ex-Partner im Todesfall die Summe.
Zahlt die Risikolebensversicherung auch bei Selbstmord?
Meist ja, aber: Oft gibt es eine Sperrfrist (meist 3 Jahre ab Vertragsabschluss). Wenn du innerhalb der Sperrfrist Selbstmord begehst, zahlt die Versicherung nicht. Nach der Sperrfrist zahlt sie.
Kann ich die Risikolebensversicherung von der Steuer absetzen?
Ja! Die Risikolebensversicherung ist als Vorsorgeaufwand absetzbar (als Sonderausgabe). Maximal absetzbar: 1.900 € (Angestellte) bzw. 2.800 € (Selbstständige) für alle Vorsorgeaufwendungen zusammen (Krankenversicherung, BU, Haftpflicht, Risikolebensversicherung etc.).
Was ist eine Über-Kreuz-Versicherung?
Was ist das? Partner 1 versichert Partner 2, Partner 2 versichert Partner 1.
Vorteil: Steuerlich günstiger (Auszahlung ist steuerfrei, bei normaler Risikolebensversicherung oft nicht).
Für wen: Verheiratete Paare mit hohem Einkommen (Steuerersparnis).
Tipp: Lass dich von einem Steuerberater beraten, ob sich das für euch lohnt.
Fazit: Risikolebensversicherung ist für Familien unverzichtbar
Warum unverzichtbar: Wenn der Hauptverdiener stirbt, verliert die Familie das Einkommen. Die Risikolebensversicherung sichert die Familie ab (3-5 Jahre überbrücken).
Wie viel Absicherung: 3-5 Jahresgehälter des Hauptverdieners (z.B. 100.000-180.000 €).
Kosten: 10-30 €/Monat (Nichtraucher, 30 Jahre, 150.000 €, 20 Jahre Laufzeit).
Beide Elternteile versichern: Ja! Auch der Partner, der zu Hause bleibt, sollte versichert sein (10-20 €/Monat extra für 50.000-100.000 €).
Wann kündigen: Wenn Kinder erwachsen, Kredit abbezahlt, genug Rücklagen (meist mit Ende 50 / Anfang 60).
Wichtigster Tipp: Schließe die Risikolebensversicherung JETZT ab (je jünger, desto günstiger). Sie ist die wichtigste Absicherung für Familien (neben Haftpflicht und BU).
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